Musterklage im Abgasskandal gegen Mercedes

15.11.2021

Rund 50.000 Mercedes-Fahrer können sich im Abgasskandal ab sofort der Musterfeststellungsklage gegen Daimler anschließen und Schadenersatzansprüche geltend machen. Das OLG Stuttgart hat die Musterklage der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) angenommen. Betroffene Mercedes-Halter können sich in das Klageregister eintragen, um sich an der „Sammelklage“ zu beteiligen. Ihr Vorteil: Das Prozesskostenrisiko trägt – unabhängig vom Ausgang des Verfahrens – allein die Verbraucherzentrale.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat im Abgasskandal zahlreiche Rückrufe für verschiedene Mercedes-Modelle wegen der Verwendung unzulässiger Abschalteinrichtungen angeordnet. Die Musterklage ist allerdings nur für einen Teil dieser Fahrzeuge gedacht. Sie umschließt nur Modelle der Baureihen GLK und GLC mit dem Dieselmotor des Typs OM 651. Konkret geht es um die Modelle

• GLC 220 d 4Matic
• GLC 250 d 4Matic
• GLK 200 CDI
• GLK 220 CDI
• GLK 220 CDI 4Matic
• GLK 220 BlueTec
• GLK 250 BlueTec,

die auf Anordnung des KBA in die Werkstatt zurückgerufen wurden, damit die unzulässige Abschalteinrichtung entfernt und ein Software-Update aufgespielt wurde. Ob das Software-Update aufgespielt wurde, ist für die Teilnahme an der Musterklage ohne Belang. Voraussetzung ist aber, dass das Update zum Zeitpunkt des Kaufs des Autos noch nicht aufgespielt war.

Teilnahme an der Musterklage hemmt die Verjährung

Mercedes-Fahrer, die einen Rückruf des KBA wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung erhalten haben, haben gute Aussichten, Schadenersatz gegen Daimler wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung durchzusetzen. Wer den Rückruf 2018 erhalten hat, muss allerdings tätig werden, denn am 31.12.2021 droht die Verjährung ihrer Schadenersatzansprüche. Durch die Teilnahme an der Musterklage wird die Verjährung gehemmt. Zudem besteht auch die Möglichkeit, sich später von der Musterklage wieder abzumelden und die eigenen Schadenersatzansprüche individuell weiterzuverfolgen.

Musterklage bietet Vor- und Nachteile

Neben der Verjährungshemmung bietet die Musterklage den Vorteil, dass der Verbraucher kein Prozesskostenrisiko trägt. Allerdings wird im Musterverfahren nur darüber entschieden, ob Daimler sich grundsätzlich schadenersatzpflichtig gemacht hat und nicht über die Höhe des individuellen Schadenersatzanspruchs. Der muss anschließend immer noch individuell eingeklagt werden. Es kann also dauern, bis der Verbraucher tatsächlich Schadenersatz erhält und mit jedem weiteren gefahrenen Kilometer mit dem Fahrzeug schmilzt der Anspruch aufgrund der Nutzungsentschädigung ab. Die Einzelklage kann also zumindest dann vorteilhafter sein und zu einem besseren Ergebnis führen, wenn der Verbraucher über eine Rechtschutzversicherung verfügt.

Teilnahme an der Musterklage

Wer sich der Musterklage anschließen möchte, kann sich im Klageregister beim Bundesjustizamt anmelden. Dabei sind aber einige Tücken zu beachten. So muss der Gegenstand und Grund des geltend gemachten Anspruchs angegeben werden und auch die Höhe der Forderung. Fehlerhafte Angaben können dazu führen, dass Sie an der Musterklage nicht teilnehmen und ggf. ihre Ansprüche auf Schadenersatz bereits verjährt sind.

Wir prüfen gerne für Sie, ob die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Musterklage vorliegen und unterstützen Sie auch bei einer rechtssicheren Anmeldung.

Mehr Informationen: https://www.bruellmann.de/musterfeststellungsklage-mercedes

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Kalaitsidou
Tel:  0711 / 520 888 - 29
Fax: 0711 / 520 888 - 23  
E-Mail: f.gisevius@bruellmann.de

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Aktuelles
02.12.2021

Unter dem Rückruf-Code 37L8 gibt es einen weiteren Rückruf für Modelle des VW T5 und T6 mit der Abgasnorm Euro 5. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt am 11. November 2021 veröffentlichte, müssen Fahrzeuge des VW T5 und T6 der Baujahre 2010 bis 2012 in die Werkstatt beordert werden.
01.12.2021

Im Abgasskandal muss die Audi AG als Herstellerin des Motors Schadenersatz bei einem Porsche Macan S Diesel leisten. Das hat das Landgericht Memmingen mit Urteil vom 8. Oktober 2021 entschieden.
30.11.2021

Im Abgasskandal muss ein Händler einem Kunden ein neues Wohnmobil ohne Mängel liefern. Das hat das Landgericht Hildesheim mit Teil-Versäumnisurteil vom 18. Oktober 2021 entschieden (Az.: 4 O 212/21).
29.11.2021

Das Landgericht Freiburg hat mit Urteil vom 29. Oktober 2021 entschieden, dass die Daimler AG im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes GLS 350 d leisten muss (Az.: 2 O 338/20). Daimler habe in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet und sei wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz verpflichtet.
26.11.2021

Audi hat im Abgasskandal vor dem Bundesgerichtshof eine Niederlage kassiert. Der BGH entschied mit Urteil vom 25. November 2021, dass sich nicht nur VW, sondern auch Audi aufgrund der Abgasmanipulationen beim Dieselmotor EA 189 schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: VII ZR 238/20, 243/20, 257/20 und 38/21).
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).