Wohnmobil auf Basis eines Fiat Ducato - LG Gera spricht Schadenersatz zu

10.06.2021

Fiat Chrysler Automobiles, inzwischen Stellantis, ist im Abgasskandal von einem weiteren Gericht zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Gera entschied mit Versäumnisurteil vom 31. Mai 2021, dass Fiat Schadenersatz bei einem Wohnmobil leisten muss (Az.: 7 O 103/21).

Konkret ging es in dem Verfahren um ein Wohnmobil Modell T 337 des Herstellers Caradao. Basis für das Wohnmobil bildet ein Fiat Ducato mit 2,3 Liter Dieselmotor der Abgasnorm Euro 6.

Der Kläger machte Schadenersatzansprüche wegen der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung geltend. Er führte aus, dass die Abgasnachbehandlung ca. 22 Minuten nach dem Start des Motors abgeschaltet wird. Damit sei die Abgasreinigung gerade lange genug für den rund 20-minütigen Abgastest auf dem Prüfstand aktiv, so dass im Prüfmodus der Grenzwert für den Stickoxid-Ausstoß eingehalten werde. Im realen Straßenverkehr steige der Emissionsausstoß nach der Deaktivierung der Abgasreinigung wieder deutlich an und überschreitet den Grenzwert.

Da sich der Autokonzern nicht zu den Vorwürfen äußerte, sprach das LG Gera dem Kläger Schadenersatz zu. Fiat Chrysler bzw. Stellantis kann binnen eines Monats Einspruch gegen das Urteil einlegen.

Der Druck auf Fiat im Abgasskandal wächst, die ersten verbraucherfreundliche Urteile liegen vor. Neben dem LG Gera haben auch die Landgerichte Görlitz, Stade und Koblenz den Käufern Schadenersatz zugesprochen.

Die Vorwürfe, dass auch Fiat unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet hat, sind nicht neu und erfuhren neue Brisanz als die Staatsanwaltschaft Frankfurt im Sommer 2020 Büroräume von FCA in Deutschland, der Schweiz und Italien durchsuchen ließ. Hintergrund für die Razzia war der Verdacht unzulässiger Abschalteinrichtungen bei Fahrzeugen der Marken Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco.

Damit ist der Abgasskandal auch bei Wohnmobilen, die auf einem Fiat Ducato oder Iveco Daily aufbauen, angekommen. „Die Urteile zeigen, dass gute Chancen bestehen, auch bei von Abgasmanipulationen betroffenen Wohnmobilen Schadenersatz durchzusetzen. Zudem können auch Ansprüche aus Gewährleistung geprüft werden“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius.

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Aktuelles
26.11.2021

Audi hat im Abgasskandal vor dem Bundesgerichtshof eine Niederlage kassiert. Der BGH entschied mit Urteil vom 25. November 2021, dass sich nicht nur VW, sondern auch Audi aufgrund der Abgasmanipulationen beim Dieselmotor EA 189 schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: VII ZR 238/20, 243/20, 257/20 und 38/21).
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).
24.11.2021

Im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato hat das Landgericht Frankenthal Fiat Chrysler Automobiles, inzwischen zu Stellantis gehörend, mit Urteil vom 27. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 5 O 40/21).
23.11.2021

Die Daimler AG muss im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes GLC 220 d 4Matic leisten. Das Landgericht Stuttgart entschied mit Urteil vom 3. November 2021, dass in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz kommt und die Daimler AG sich dadurch schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: 19 O 76/21).
22.11.2021

Das OLG München hat die Audi AG im Abgasskandal mit Urteil vom 14. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 24 U 1307/21). Audi habe in einem SQ5 eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut und sich dadurch schadenersatzpflichtig gemacht.
19.11.2021

Daimler muss im Abgasskandal gleich für drei Mercedes Sprinter Schadenersatz leisten. Das hat das Landgericht Freiburg mit Urteil vom 18. Oktober 2021 entschieden (Az.: 6 O 149/19). Zwei der Mercedes Sprinter waren mit dem Dieselmotor des Typs OM 651 und der Abgasnorm Euro 5 ausgerüstet, in dem dritten ist auch der Motor OM 651 verbaut, allerdings mit der Abgasnorm Euro 6.