Wirecard - Forderungen im Insolvenzverfahren bis 26. Oktober 2020 anmelden

12.10.2020

Forderungen im Insolvenzverfahren über die Wirecard AG können noch bis zum 26. Oktober 2020 beim Insolvenzverwalter angemeldet werden. Die Anmeldung der Forderungen ist für die Anleger und Aktionäre der Wirecard AG ein erster Schritt, um ihre Verluste zu reduzieren.

Im Normalfall gehen Aktionäre in einem Insolvenzverfahren leer. Als Aktionäre sind sie Teilhaber des Unternehmens geworden und Verluste gehören dementsprechend zu ihrem unternehmerischen Risiko. „Im Fall Wirecard sieht das jedoch anders aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt u.a. wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Marktmanipulation. Die Aktionäre sind hier, wie die vielen anderen Gläubiger auch, zum Opfer geworden und können ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Wichtig ist aber, dass die Aktionäre nicht nur die Höhe ihre Forderung anmelden, sondern ihren Anspruch auch begründen. Daher kann es wichtig sein, auch den sog. Kursdifferenzschaden zumindest hilfsweise anzumelden. „Eine hinreichende Begründung der Ansprüche ist notwendig, damit der Insolvenzverwalter die Forderung auch anerkennt“, so Rechtsanwalt Seifert.

Die Ansprüche werden aus der zur Verfügung stehenden Insolvenzmasse bedient. Die wird kaum ausreichen, um die Forderungen aller Gläubiger auch nur annähernd zu bedienen. Unabhängig vom Insolvenzverfahren können Anleger und Aktionäre auch Schadenersatzansprüche geltend machen, um ihre Verluste weiter zu reduzieren.

Dazu kommen verschiedene Anspruchsgegner in Frage. Forderungen können sich sowohl gegen die ehemaligen Verantwortlichen der Wirecard AG richten als auch gegen die Wirtschaftsprüfer. Obwohl die Bilanzen offensichtlich schon seit 2015 frisiert wurden, haben sie über Jahre ihr uneingeschränktes Testat erteilt und somit ggfs. ihre Prüfpflichten verletzt.

Insbesondere Kleinanleger, die ihre Wertpapiere nach einer Beratung durch die Bank erworben haben, können auch Schadenersatzansprüche wegen einer fehlerhaften Anlageberatung haben. „Die Berater hätten umfassend über die bestehenden Risiken wie z.B. das Totalverlustrisiko aufklären müssen. Haben sie ihre Aufklärungspflicht verletzt, können sie in der Haftung stehen“, erklärt Rechtsanwalt Seifert.

BRÜLLMANN Rechtsanwälte bietet Wirecard-Anlegern eine kostenlose Erstberatung an.

 

 

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Polski
Tel: 0711 / 520 888 - 28
Fax: 0711 / 520 888 - 23
E-Mail: m.seifert@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
30.11.2021

Eine Anlegerin des Fonds Opalenburg Safeinvest 2 erhält Schadenersatz. Das hat das Landgericht Berlin mit Urteil vom 16. November 2021 entschieden (Az.: 11 O 96/21).
26.11.2021

Dass Gold eine sichere Geldanlage ist, hat sich für die Anleger der Bonus.Gold GmbH nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil: Sie müssen spätestens seit Herbst 2020 den Verlust ihres Geldes befürchten. Zunächst war die Firma nicht zu erreichen, dann verkauft und vor allem sind große Mengen des Goldes nicht auffindbar.
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).
23.11.2021

P&R Container: Anleger können Schadenersatzansprüche noch bis Ende 2021 geltend machen. Danach droht die Verjährung ihrer Ansprüche.
18.11.2021

Geldanlagen erfüllen längst nicht immer, was sich der Anleger von der Investition versprochen hat. Verlorenes Geld muss jedoch nicht endgültig abgeschrieben werden. Häufig haben Anleger die Möglichkeit Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Dabei ist jedoch der 31. Dezember ein wichtiges Datum. Denn zum Jahresende droht regelmäßig die Verjährung von Schadenersatzansprüchen.
17.11.2021

Eine lukrative Möglichkeit aus der Lebensversicherung auszusteigen, ist der Widerruf bzw. der Widerspruch. Der Widerspruch ist auch dann noch möglich, wenn der Vertrag schon gekündigt wurde oder der Versicherer den Rückkaufswert schon ausgezahlt hat.