Weiterer Rückruf für Mercedes A-Klasse und B-Klasse im Abgasskandal

02.11.2021

Daimler muss auf Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) einen weiteren Rückruf starten. Diesmal sind Modelle der Mercedes A-Klasse und B-Klasse der Baujahre von 2009 bis 2011 betroffen.

Wie das KBA in seiner Rückrufdatenbank am 29. Oktober 2021 veröffentlichte, muss bei den betroffenen Fahrzeugen eine unzulässige Abschalteinrichtung bzw. unzulässige Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems durchgeführt werden. Weltweit sind nach Angaben des KBA rund 51.000 Fahrzeuge von dem Rückruf betroffen, in Deutschland werden ca. 16.000 Fahrzeuge der Mercedes A-Klasse und B-Klasse unter dem Code 5497524 in die Werkstatt zurückgerufen, damit ein Software-Update installiert wird.

Schon im Juli 2020 gab es einen Rückruf des KBA für Fahrzeuge der Mercedes A- und B-Klasse mit dem Dieselmotor OM 640 und der Abgasnorm Euro 5, damit eine unzulässige Abschalteinrichtung entfernt wird. Nun folgt ein weiterer Rückruf. Innerhalb weniger Wochen muss Daimler auf Anordnung des KBA Modelle des Mercedes Sprinter, Viano, Vito und nun auch noch der A- und B-Klasse wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen zurückrufen. Schon zuvor hat es zahlreiche Rückrufe für eine Reihe von Mercedes-Modellen gegeben.

Daimler führt die Rückrufe zwar durch, hält die beanstandeten Funktionen allerdings für zulässig. Daimlers Widerspruch gegen die Rückrufbescheide hat das KBA allerdings zurückgewiesen. „Damit hat das KBA seine Ansicht untermauert, dass es sich um illegale Abschalteinrichtungen handelt“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Betroffene Mercedes-Halter müssen sich nicht mit einem Rückruf mit ungewissen Folgen für den Motor begnügen, sondern können auch Schadenersatzansprüche geltend machen. Die Gerichte folgen zunehmend der Ansicht des KBA, dass Daimler unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet hat. „Neben zahlreichen Landgerichten haben daher auch die Oberlandesgerichte Köln und Naumburg Daimler im Abgasskandal zu Schadenersatz verurteilt“, so Rechtsanwalt Gisevius.

Außerdem hat der EuGH mit Urteil vom 17.12.2020 festgestellt, dass Abschalteinrichtungen grundsätzlich unzulässig sind, wenn sie dazu führen, dass der Emissionsausstoß unter normalen Bedingungen im Straßenverkehr höher ist als auf dem Prüfstand.

„Die Gerichte urteilen zunehmend verbraucherfreundlich. Es bestehen daher gute Chancen, Schadenersatz gegen Daimler durchzusetzen“, so Rechtsanwalt Gisevius.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

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Aktuelles
29.11.2021

Das Landgericht Freiburg hat mit Urteil vom 29. Oktober 2021 entschieden, dass die Daimler AG im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes GLS 350 d leisten muss (Az.: 2 O 338/20). Daimler habe in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet und sei wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz verpflichtet.
26.11.2021

Audi hat im Abgasskandal vor dem Bundesgerichtshof eine Niederlage kassiert. Der BGH entschied mit Urteil vom 25. November 2021, dass sich nicht nur VW, sondern auch Audi aufgrund der Abgasmanipulationen beim Dieselmotor EA 189 schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: VII ZR 238/20, 243/20, 257/20 und 38/21).
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).
24.11.2021

Im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato hat das Landgericht Frankenthal Fiat Chrysler Automobiles, inzwischen zu Stellantis gehörend, mit Urteil vom 27. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 5 O 40/21).
23.11.2021

Die Daimler AG muss im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes GLC 220 d 4Matic leisten. Das Landgericht Stuttgart entschied mit Urteil vom 3. November 2021, dass in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz kommt und die Daimler AG sich dadurch schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: 19 O 76/21).
22.11.2021

Das OLG München hat die Audi AG im Abgasskandal mit Urteil vom 14. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 24 U 1307/21). Audi habe in einem SQ5 eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut und sich dadurch schadenersatzpflichtig gemacht.