Verdacht der Abgasmanipulation bei Mercedes weitet sich aus

20.05.2019

Daimler droht ein neuer Rückruf. Rund 60.000 Mercedes GLK 220 CDI der Baujahre 2012 bis 2015 könnten in die Werkstatt beordert werden, wenn sich der Verdacht einer unzulässigen Abschalteinrichtung bestätigt. Dann könnte sich der Rückruf auch auf weitere Modelle, u.a. der C-, E- und S-Klasse, ausweiten.

Wie die „Bild am Sonntag“ berichtet, wurde die umstrittene Abschaltfunktion nicht nur beim Mercedes GLK 220 CDI verwendet, sondern auch bei anderen Modellen mit Dieselmotoren des Typs OM 651 und OM 642. Dies habe Daimler gegenüber dem Blatt bestätigt. Allerdings hält der Autobauer die Funktion für legal.

Es geht um die sog. Kühlmittel-Sollwert-Temperaturregelung, die beim Mercedes GLK 220 CDI mit der Abgasnorm Euro 5 aufgefallen ist. Die Funktion sorgt dafür, dass die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß auf dem Prüfstand eingehalten werden. Im realen Straßenverkehr ist die Funktion allerdings nicht aktiviert, so dass mehr Stickoxide ausgestoßen werden. Die Prüfer des Kraftfahrt-Bundesamtes gehen deshalb dem Verdacht nach, ob es sich bei dieser Funktion um eine unzulässige Abschalteinrichtung handelt. Die Behörde hat daher ein formelles Anhörungsverfahren gegen Daimler eingeleitet, das noch nicht abgeschlossen ist.

„Gelingt es Daimler nicht den Verdacht einer unzulässigen Abschalteinrichtung auszuräumen, droht ein neuer Massenrückruf. Von dem wäre dann ggf. nicht nur der GLK 220 CDI, sondern auch weitere Mercedes-Modelle betroffen, bei denen diese Software eingesetzt wird“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte, aus Stuttgart.

Auch wenn Mercedes den Vorwurf von Abgasmanipulationen bisher stets zurückweist, ist Daimler im Abgasskandal kein unbeschriebenes Blatt mehr. So hat das Kraftfahrt-Bundesamt für weltweit rund 700.000 Fahrzeuge den Rückruf wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung angeordnet. Dabei handelt es sich ausschließlich um Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6. Nun könnten auch Fahrzeuge mit der Schadstoffklasse Euro 5 betroffen sein. Zudem hat das Landgericht Stuttgart Anfang des Jahres die von Mercedes bei der Abgasreinigung verwendeten Thermofenster als unzulässige Abschalteinrichtungen eingestuft und Mercedes zum Schadensersatz verurteilt.

Für Mercedes spitzt sich die Lage weiter zu. „Betroffene Mercedes-Käufer haben die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche geltend zu machen und dabei von den Erfahrungen aus dem VW-Abgasskandal zu profitieren“, so Rechtsanwalt Seifert.

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Aktuelles
26.11.2021

Audi hat im Abgasskandal vor dem Bundesgerichtshof eine Niederlage kassiert. Der BGH entschied mit Urteil vom 25. November 2021, dass sich nicht nur VW, sondern auch Audi aufgrund der Abgasmanipulationen beim Dieselmotor EA 189 schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: VII ZR 238/20, 243/20, 257/20 und 38/21).
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).
24.11.2021

Im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato hat das Landgericht Frankenthal Fiat Chrysler Automobiles, inzwischen zu Stellantis gehörend, mit Urteil vom 27. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 5 O 40/21).
23.11.2021

Die Daimler AG muss im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes GLC 220 d 4Matic leisten. Das Landgericht Stuttgart entschied mit Urteil vom 3. November 2021, dass in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz kommt und die Daimler AG sich dadurch schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: 19 O 76/21).
22.11.2021

Das OLG München hat die Audi AG im Abgasskandal mit Urteil vom 14. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 24 U 1307/21). Audi habe in einem SQ5 eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut und sich dadurch schadenersatzpflichtig gemacht.
19.11.2021

Daimler muss im Abgasskandal gleich für drei Mercedes Sprinter Schadenersatz leisten. Das hat das Landgericht Freiburg mit Urteil vom 18. Oktober 2021 entschieden (Az.: 6 O 149/19). Zwei der Mercedes Sprinter waren mit dem Dieselmotor des Typs OM 651 und der Abgasnorm Euro 5 ausgerüstet, in dem dritten ist auch der Motor OM 651 verbaut, allerdings mit der Abgasnorm Euro 6.