Schwarz auf weiß - Unzulässige Abschalteinrichtung beim VW T6

11.02.2021

Schon im April 2019  hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) unter dem Code 23Z7 den Rückruf für verschiedene Diesel-Modelle des VW T6 angeordnet. Für diejenigen, die dem Rückruf bislang nicht nachgekommen sind und ihren Bulli noch nicht in die Werkstatt gebracht hat, wird es langsam ernst. Die Halter eines betroffenen VW T6, die das Software-Update noch nicht haben aufspielen lassen, werden inzwischen von den zuständigen Behörden in ihren Landkreisen angeschrieben, dem Rückruf nachzukommen, um den ordnungsgemäßen Zustand des Fahrzeugs herstellen zu lassen. Ohne Update kann den Fahrzeugen der Verlust der Zulassung drohen.

Das KBA hatte den Rückruf im April 2019 für Modelle des VW T6 der Baujahre 2014 bis 2017 mit 2-Liter-TDI-Motor und der Schadstoffklasse Euro 6 angeordnet. In der offiziellen Begründung heißt es, dass eine Konformitätsabweichung zu einer Überschreitung des Euro 6-Grenzwertes für Stickoxide führt. Die Anschreiben der zuständigen Behörden in den Landkreisen enthalten nun ein pikantes Detail. Hier ist nicht mehr von einem Rückruf wegen einer Konformitätsabweichung, sondern wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung die Rede. Dabei berufen sich die Behörden auf Mitteilungen des KBA.

Der Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte liegen solche Aufforderungen vor. Die Kfz-Zulassungsstelle des Landratsamts Ravensburg fordert betroffene T6-Halter auf, an der Rückrufaktion unter dem Code 23Z7 teilzunehmen, weil in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist. Werde das Fahrzeug nicht in einen vorschriftsmäßigen Zustand versetzt, drohe die Zwangsstilllegung.

Auch das Landratsamt Erding weist betroffene Halter eines VW T6 darauf hin, dass die Stickoxid-Emissionen nicht der zu Grunde liegenden Typengenehmigung entsprechen und eine unzulässige Abschalteinrichtung entfernt werden muss. Ähnliche Schreiben von den Kfz-Zulassungsbehörden gibt es offenbar bundesweit.

„Damit wäre der Abgasskandal auch ganz offiziell beim VW T6 angekommen. Bislang konnte hinter der Konformitätsabweichung nur eine unzulässige Abschalteinrichtung vermutet werden. Jetzt haben es die T6-Halter schwarz auf weiß“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius. Auch das OLG Oldenburg beleuchtet den T6-Rückruf inzwischen genauer und hat mit Hinweisbeschluss vom 19.09.2020 das KBA aufgefordert, Hintergründe und Details zu dem Rückruf offenzulegen.

Rechtsanwalt Gisevius hat im Abgasskandal bereits Schadenersatzansprüche für T6-Fahrer an den Landgerichten München und Heilbronn durchgesetzt. Mehr dazu unter https://www.oeltod-anwalt.de/

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

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01.12.2021

Im Abgasskandal muss die Audi AG als Herstellerin des Motors Schadenersatz bei einem Porsche Macan S Diesel leisten. Das hat das Landgericht Memmingen mit Urteil vom 8. Oktober 2021 entschieden.
30.11.2021

Im Abgasskandal muss ein Händler einem Kunden ein neues Wohnmobil ohne Mängel liefern. Das hat das Landgericht Hildesheim mit Teil-Versäumnisurteil vom 18. Oktober 2021 entschieden (Az.: 4 O 212/21).
29.11.2021

Das Landgericht Freiburg hat mit Urteil vom 29. Oktober 2021 entschieden, dass die Daimler AG im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes GLS 350 d leisten muss (Az.: 2 O 338/20). Daimler habe in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet und sei wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz verpflichtet.
26.11.2021

Audi hat im Abgasskandal vor dem Bundesgerichtshof eine Niederlage kassiert. Der BGH entschied mit Urteil vom 25. November 2021, dass sich nicht nur VW, sondern auch Audi aufgrund der Abgasmanipulationen beim Dieselmotor EA 189 schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: VII ZR 238/20, 243/20, 257/20 und 38/21).
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).
24.11.2021

Im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato hat das Landgericht Frankenthal Fiat Chrysler Automobiles, inzwischen zu Stellantis gehörend, mit Urteil vom 27. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 5 O 40/21).