Schadenersatz für Skoda Superb ( EA 288) im Abgasskandal

27.08.2021

Immer mehr Gerichte sprechen den Autokäufern auch Schadenersatz im Abgasskandal um Fahrzeuge mit dem Dieselmotor EA 288 zu. Dabei handelt es sich um den Nachfolgemotor des durch den VW-Dieselskandal bekannt gewordenen Motors EA 189. Wie sein Vorgänger wird auch der EA 288 bei Fahrzeugen der Marken VW, Audi, Seat und Skoda eingesetzt und wie beim Vorgänger sind auch hier Abgasmanipulationen ein Thema. So kam jetzt das Landgericht Mannheim zu der Überzeugung, dass in einem Skoda Superb 2,0 TDI eine unzulässige Abschalteirichtung zum Einsatz kommt und sprach dem Kläger Schadenersatz zu (Az.: 6 0 409/20).

Der Kläger hatte den Skoda Superb 2,0 TDI als Neuwagen im November 2016 gekauft. In dem Fahrzeug wird der Dieselmotor EA 288 mit der Abgasnorm Euro 6 verwendet. Einen Rückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gibt es für das Modell nicht. Der Kläger machte dennoch Schadenersatzansprüche wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung geltend.

So komme in dem Pkw die sog. Fahrkurvenerkennung zum Einsatz. Anhand verschiedener Parameter wird dadurch erkannt, ob sich das Fahrzeug im Prüfmodus befindet. Ist das der Fall, werde die Abgasreinigung optimiert und der Stickoxid-Ausstoß reduziert. Unter normalen Bedingungen im Straßenverkehr stiegen die Emissionen wieder an, so der Kläger. Daher handele es sich um eine unzulässige Abschalteinrichtung.

Das LG Mannheim folgte weitgehend der Argumentation des Klägers. In dem Fahrzeug sei unstreitig die Fahrkurvenerkennung implementiert und so erkannt, ob sich das Fahrzeug im Prüfmodus befindet. Die Abgasreinigung erfolge dann auf dem Prüfstand in einem anderen Betriebsmodus als im Straßenverkehr. Der Kläger sei durch die Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung vorsätzlich sittenwidrig geschädigt worden und habe gemäß § 826 BGB Anspruch auf Schadenersatz, so das Gericht. Gegen Rückgabe des Fahrzeugs kann der Kläger die Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer verlangen.

So wie das Landgericht Mannheim haben schon eine ganze Reihe von Landgerichten VW zu Schadenersatz bei Fahrzeugen mit dem Dieselmotor EA 288 verurteilt. „Auch die Oberlandesgerichte Köln und Naumburg sehen VW in der Schadenersatzpflicht. Die Chancen auf Schadenersatz bei Fahrzeugen mit dem Motor EA 288 steigen weiter“, so Rechtsanwalt Gisevius.

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Aktuelles
29.11.2021

Das Landgericht Freiburg hat mit Urteil vom 29. Oktober 2021 entschieden, dass die Daimler AG im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes GLS 350 d leisten muss (Az.: 2 O 338/20). Daimler habe in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet und sei wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz verpflichtet.
26.11.2021

Audi hat im Abgasskandal vor dem Bundesgerichtshof eine Niederlage kassiert. Der BGH entschied mit Urteil vom 25. November 2021, dass sich nicht nur VW, sondern auch Audi aufgrund der Abgasmanipulationen beim Dieselmotor EA 189 schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: VII ZR 238/20, 243/20, 257/20 und 38/21).
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).
24.11.2021

Im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato hat das Landgericht Frankenthal Fiat Chrysler Automobiles, inzwischen zu Stellantis gehörend, mit Urteil vom 27. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 5 O 40/21).
23.11.2021

Die Daimler AG muss im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes GLC 220 d 4Matic leisten. Das Landgericht Stuttgart entschied mit Urteil vom 3. November 2021, dass in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz kommt und die Daimler AG sich dadurch schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: 19 O 76/21).
22.11.2021

Das OLG München hat die Audi AG im Abgasskandal mit Urteil vom 14. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 24 U 1307/21). Audi habe in einem SQ5 eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut und sich dadurch schadenersatzpflichtig gemacht.