Porsche Macan im Abgasskandal - Schadenersatz noch 2021 geltend machen

26.10.2021

Unter dem Code AJ07 wurde im Abgasskandal der Porsche Macan 3.0 Liter Diesel mit der Abgasnorm Euro 6 zurückgerufen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte den Rückruf Ende 2018 angeordnet, damit eine unzulässige Abschalteinrichtung bzw. unzulässige Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems entfernt wird.

Nach Angaben des KBA waren von dem Rückruf weltweit rund 60.000 Porsche Macan der Baujahre 2014 bis 2018 betroffen, in Deutschland waren es rund 13.600 Fahrzeuge.

Da es sich um einen verpflichtenden Rückruf des KBA handelt, mussten die Fahrzeughalter das Software-Update aufspielen lassen, wenn sie nicht den Verlust der Zulassung für ihren Porsche Macan riskieren wollten. Damit müssen sich die betroffenen Porsche-Kunden allerdings nicht abspeisen lassen. Sie haben gute Chancen, Schadenersatzansprüche durchzusetzen.

In der Haftung steht dabei die Konzernschwester Audi. Denn Porsche hat die Dieselmotoren nicht selbst gebaut, sondern von Audi bezogen. Als Herstellerin der Motoren mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung hat sich die Audi AG daher im Abgasskandal auch bei Porsche-Fahrzeugen schadenersatzpflichtig gemacht. Eine Reihe von Gerichten hat die Audi AG schon wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz verurteilt.

Betroffene Käufer eines Porsche Macan können ihren Schadenersatzanspruch immer noch geltend machen. Sie sollten aber die Verjährung ihrer Ansprüche im Blick behalten. Im Abgasskandal gilt die kenntnisabhängige dreijährige Verjährungsfrist. Die Kenntnis wird von vielen Gerichten mit dem Erhalt des Rückrufschreibens vorausgesetzt. Viele Halter eines Porsche Macan 3.0 dürften den Rückruf noch Ende 2018 erhalten haben. „Ihre Schadenersatzansprüche müssen dann noch dieses Jahr geltend gemacht werden, da zum 31. Dezember 2021 die Verjährung droht“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

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Aktuelles
01.12.2021

Im Abgasskandal muss die Audi AG als Herstellerin des Motors Schadenersatz bei einem Porsche Macan S Diesel leisten. Das hat das Landgericht Memmingen mit Urteil vom 8. Oktober 2021 entschieden.
30.11.2021

Im Abgasskandal muss ein Händler einem Kunden ein neues Wohnmobil ohne Mängel liefern. Das hat das Landgericht Hildesheim mit Teil-Versäumnisurteil vom 18. Oktober 2021 entschieden (Az.: 4 O 212/21).
29.11.2021

Das Landgericht Freiburg hat mit Urteil vom 29. Oktober 2021 entschieden, dass die Daimler AG im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes GLS 350 d leisten muss (Az.: 2 O 338/20). Daimler habe in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet und sei wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz verpflichtet.
26.11.2021

Audi hat im Abgasskandal vor dem Bundesgerichtshof eine Niederlage kassiert. Der BGH entschied mit Urteil vom 25. November 2021, dass sich nicht nur VW, sondern auch Audi aufgrund der Abgasmanipulationen beim Dieselmotor EA 189 schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: VII ZR 238/20, 243/20, 257/20 und 38/21).
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).
24.11.2021

Im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato hat das Landgericht Frankenthal Fiat Chrysler Automobiles, inzwischen zu Stellantis gehörend, mit Urteil vom 27. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 5 O 40/21).