Erbrecht

Die Wahrung Ihrer Rechte

Auf Deutschland kommt eine regelrechte Erbschaftswelle zu. Experten gehen davon aus, dass ein Vermögen zwischen zwei und vier Billionen Euro in den kommenden Jahren vererbt wird. Ein Grund dafür ist, dass viele Eigenheime, die von der Nachkriegs- und Wirtschaftswundergeneration erbaut worden, nun an die nächste Generation weitergegeben werden.

 

Mit der Zahl der Erbschaftsfälle werden auch erbrechtliche Auseinandersetzungen zunehmen. Zu beachten ist: Liegt keine letztwillige Verfügung des Erblassers in Form eines Testaments oder Erbvertrags vor, gilt die gesetzliche Erbfolge. Die entspricht nicht zwangsläufig den Vorstellungen des Erblassers. Außerdem sind im deutschen Erbrecht gesellschaftliche Entwicklungen wie nicht verheiratete Lebenspartner oder Patchworkfamilien noch nicht berücksichtigt. Das heißt: Wer sich auf die gesetzliche Erbfolge verlässt, riskiert, dass ihm nahestehende Personen leer ausgehen. Umso ratsamer ist es, sich frühzeitig Gedanken über den eigenen Tod hinaus zu machen und die Verteilung des Nachlasses in Form eines Testaments oder Erbvertrags zu regeln.

 

Darüber hinaus gibt es Irrtümer über die gesetzliche Erbfolge. Häufig wird z.B. davon ausgegangen, dass der überlebende Ehepartner automatisch zum Alleinerben wird und das gemeinsame Haus und Vermögen ihm zufällt. Dem ist nicht so. Selbst wenn die Ehe kinderlos geblieben ist, können andere Verwandte Ansprüche nach der gesetzlichen Erbfolge haben.

 

Der Erblasser kann im Testament oder Erbvertrag selbst bestimmen, wer erben soll und wie der Nachlass unter mehreren Erben verteilt werden soll. Völlig freie Hand hat er dabei nicht; denn auch hier müssen gesetzliche Regelungen wie z.B. Pflichtteilsansprüche beachtet werden. Da die Menschen älter werden und Krankheiten wie Demenz zunehmen, spielt auch die Frage der Testierfähigkeit eine zunehmend wichtige Rolle.


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Um den Ehepartner finanziell abzusichern, wählen Verheiratete häufig eine Sonderform des Testaments, das sog. Berliner Testament oder Ehegattentestament. Hier setzen sich die Ehepartner gegenseitig zum Alleinerben und in der Regel die Kinder gemeinsam zu Schlusserben ein. Aber auch ein Berliner Testament hat seine Tücken und entfaltet eine hohe Bindungswirkung. Viele gemeinsam getroffene Verfügungen lassen sich nach dem Tod des ersten Ehepartners nicht mehr einseitig ändern. Daher sollten die letztwilligen Verfügungen in einem gemeinsamen Ehegattentestament sorgfältig durchdacht und formuliert sein.

 

Der Erbvertrag kann anders als ein Testament nicht einseitig wieder geändert werden. Denn beide Parteien gehen in der Regel gegenseitige Verpflichtungen ein. Dadurch kann der Erbvertrag für unverheiratete Paare oder auch für Unternehmer eine sinnvolle Option sein. Allerdings entfaltet der Erbvertrag eine hohe Bindungswirkung und ohne Zustimmung des Vertragspartners können getroffene Vereinbarungen nur schwer wieder geändert werden. Daher ist es sinnvoll, entsprechende Ausstiegs- oder Änderungsklauseln in den Vertrag einzuarbeiten. Im Gegensatz zum Testament muss der Erbvertrag notariell beglaubigt werden.

 

Damit ein Testament wirksam ist, müssen auch formale Bedingungen erfüllt sein. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit des notariellen Testaments oder des handschriftlichen Testaments. Letzteres muss komplett eigenhändig vom Erblasser geschrieben sein. Eine Überschrift, Ort, Datum und Unterschrift sollten nicht fehlen. Um Auseinandersetzungen unter den Erben zu vermeiden, sollten die Verfügungen möglich exakt formuliert sein und keinen Interpretationsspielraum zulassen.

 

Damit der letzte Wille wunschgemäß umgesetzt wird und die Erben zu ihrem Recht kommen, berät BRÜLLMANN Rechtsanwälte Sie in allen Fragen rund um das Erbrecht. Dazu zählen u.a.:

 

·       Testament und Erbvertrag

·       Pflichtteil und Enterbung

·       Anfechtung des Testaments

·       Ausschlagen des Erbes

·       Testamentsvollstreckung

 

 

Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius

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