Geno Wohnbaugenossenschaft eG – Forderungen im Insolvenzverfahren und Schadensersatzansprüche

07.08.2018

Das Amtsgericht Ludwigsburg hat am 1. August 2018 das Insolvenzverfahren über die die Geno Wohnbaugenossenschaft eG wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet (Az.: 2 IN 250/18). Die Gläubiger können nun ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter bis zum 24. September 2018 schriftlich anmelden.

Die Geno Wohnbaugenossenschaft eG hat seit ihrer Gründung im Jahr 2002 Verluste in Millionenhöhe erwirtschaftet. Nach einer vorläufigen Berechnung des Insolvenzverwalters belaufen sich die Verluste insgesamt auf mehr als 25 Millionen Euro. Daher kündigt der Insolvenzverwalter einen harten Sparkurs an, Nur dann habe die Genossenschaft eine Perspektive, den Geschäftsbetrieb mittelfristig wieder ohne Verluste führen zu können. Die Gläubigerversammlung soll am 15. Oktober 2018 über den weiteren Kurs der Genossenschaft entscheiden.

Nach langem Hin und Her, gegenseitigen Schuldzuweisungen und dem Versuch einer Suspendierung zweier Vorstände bietet das Insolvenzverfahren nun auch die Möglichkeit, dass Ruhe und Sachlichkeit in die Führung der Genossenschaft einkehrt. Für die rund 5000 Mitglieder der Genossenschaft geht es vor allem darum, ihr investiertes Geld zu retten. „Daher sollten in einem ersten Schritt die Forderungen beim Insolvenzverwalter unbedingt angemeldet werden“, sagt Rechtsanwalt Hansjörg Looser, BRÜLLMANN Rechtsanwälte aus Stuttgart. Auch wenn die Genossen damit rechnen müssen, dass ihre Forderungen im Insolvenzverfahren nachrangig behandelt werden, müssen sie angemeldet werden damit sie überhaupt im Insolvenzverfahren berücksichtigt werden können.

Zum weiteren Schutz vor finanziellen Verlusten können unabhängig vom Insolvenzverfahren auch Schadensersatzansprüche geprüft werden. Diese Ansprüche können sich sowohl gegen die Unternehmensverantwortlichen als auch gegen die Vermittler richten. Die Vermittler hätten die Genossen über die bestehenden Risiken aufklären müssen. „Erfahrungsgemäß wurden diese Aufklärungspflichten oft verletzt, so dass Schadensersatzansprüche entstanden sein können“, so Rechtsanwalt Looser.

BRÜLLMANN Rechtsanwälte bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten natürlich auch in Bezug auf die Eintrittspflicht der Rechtsschutzversicherung an. Sprechen Sie uns an.

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Damjanovic
Tel:  0711 / 520 888 - 19
Fax: 0711 / 520 888 - 22
E-Mail: h.looser@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
26.11.2021

Dass Gold eine sichere Geldanlage ist, hat sich für die Anleger der Bonus.Gold GmbH nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil: Sie müssen spätestens seit Herbst 2020 den Verlust ihres Geldes befürchten. Zunächst war die Firma nicht zu erreichen, dann verkauft und vor allem sind große Mengen des Goldes nicht auffindbar.
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).
23.11.2021

P&R Container: Anleger können Schadenersatzansprüche noch bis Ende 2021 geltend machen. Danach droht die Verjährung ihrer Ansprüche.
18.11.2021

Geldanlagen erfüllen längst nicht immer, was sich der Anleger von der Investition versprochen hat. Verlorenes Geld muss jedoch nicht endgültig abgeschrieben werden. Häufig haben Anleger die Möglichkeit Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Dabei ist jedoch der 31. Dezember ein wichtiges Datum. Denn zum Jahresende droht regelmäßig die Verjährung von Schadenersatzansprüchen.
17.11.2021

Eine lukrative Möglichkeit aus der Lebensversicherung auszusteigen, ist der Widerruf bzw. der Widerspruch. Der Widerspruch ist auch dann noch möglich, wenn der Vertrag schon gekündigt wurde oder der Versicherer den Rückkaufswert schon ausgezahlt hat.
11.11.2021

Ein Verbraucher hat seinen Autokredit erfolgreich widerrufen. Das OLG Frankfurt hat mit Urteil vom 21. September 2021 entschieden, dass der Widerruf noch Jahre nach Abschluss des Kreditvertrags zulässig war, weil die Bank eine fehlerhafte Widerrufbelehrung verwendet hat (Az.: 23 U 44/19).