JC INDIAN SANDALWOOD 5 – TOTALVERLUSTRISIKO FÜR DIE ANLEGER

21.08.2018

Als „flüssiges Gold“ beschreibt der Emittent Jäderberg & Cie. indisches Sandelholz und bietet Anlegern Beteiligungen an indischen Sandelholz-Plantagen in Australien an. Anleger können sich in Form von nachrangigen partiarischen Darlehen z.B. am JC Indian Sandalwood 5 beteiligen. Mit dem Geld der Anleger erwirbt die Gesellschaft Anteile an verschiedenen indischen Sandelholz-Plantagen in Australien, die von der Quintis Ltd bewirtschaftet werden.

 

Die Partnerschaft mit Quintis erwies sich jedoch in diesem Jahr als problematisch. Das Unternehmen steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und hat sich in die „Voluntary Administration“ begeben. „Dabei handelt es sich um ein besonderes australisches insolvenzrechtliches Verfahren, das nicht die Liquidation des Unternehmens bedeutet. Im Rahmen eines Restrukturierungsprozesses wird versucht, das Unternehmen wieder auf wirtschaftlich tragfähige Füße zu stellen“, erklärt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Die Restrukturierungsmaßnahmen wurden im Juni beschlossen und beinhalten u.a., dass eine neu gegründete Gesellschaft das Geschäft von Quintis übernimmt. Dazu zählen auch die Verträge mit den Plantagenpartnern, zu denen auch die JC Indian Sandalwood 5 gehört. Im August 2018 soll dann die insolvenzrechtliche Verwaltung abgeschlossen sein.

 

„Sollte die Restrukturierung doch noch scheitern, droht allerdings die Insolvenz. Alleine die Entwicklung in den vergangenen Monaten zeigt, dass sich die Anleger auf eine riskante Investition eingelassen haben, die am Ende auch zum Totalverlust des investierten Geldes führen kann“, so Rechtsanwalt Seifert.

 

Jäderberg & Cie. spricht zwar von einem „attraktiven Chancen-Risiko-Profil“ für die Anleger. „Genauerer Betrachtung hält diese Sichtweise aber nicht stand“, so Rechtsanwalt Seifert. Denn im Fall einer Insolvenz werden die Beteiligungsdarlehen nachrangig behandelt, d.h. zuerst werden die Forderungen der anderen Gläubiger bedient. „Damit ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Anleger in einem Insolvenzverfahren leer ausgehen und ihr Geld verloren ist“, erklärt Rechtsanwalt Seifert.

 

Sollte es zu Problemen bei den turnusmäßigen Auszahlungen kommen, können die Anleger rechtliche Schritte einleiten. Neben der ordentlichen Kündigung des Darlehens, die nach einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren möglich ist, können auch Schadensersatzansprüche geprüft werden. „Die Anlageberater und -vermittler hätten die Anleger über ihr hohes Risiko, das schon allein durch die Nachrangigkeit ihrer Forderungen entsteht, aufklären müssen. Wurden die Anleger über ihre Risiken im Unklaren gelassen, kommen Schadensersatzansprüche gegen die Berater und Vermittler in Betracht“, erklärt Rechtsanwalt Seifert.

 

BRÜLLMANN Rechtsanwälte bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten natürlich auch in Bezug auf die Eintrittspflicht der Rechtsschutzversicherung an. Sprechen Sie uns an.

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Polski
Tel: 0711 / 520 888 - 28
Fax: 0711 / 520 888 - 23
E-Mail: m.seifert@bruellmann.de

Aktuelles
30.11.2021

Eine Anlegerin des Fonds Opalenburg Safeinvest 2 erhält Schadenersatz. Das hat das Landgericht Berlin mit Urteil vom 16. November 2021 entschieden (Az.: 11 O 96/21).
26.11.2021

Dass Gold eine sichere Geldanlage ist, hat sich für die Anleger der Bonus.Gold GmbH nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil: Sie müssen spätestens seit Herbst 2020 den Verlust ihres Geldes befürchten. Zunächst war die Firma nicht zu erreichen, dann verkauft und vor allem sind große Mengen des Goldes nicht auffindbar.
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).
23.11.2021

P&R Container: Anleger können Schadenersatzansprüche noch bis Ende 2021 geltend machen. Danach droht die Verjährung ihrer Ansprüche.
18.11.2021

Geldanlagen erfüllen längst nicht immer, was sich der Anleger von der Investition versprochen hat. Verlorenes Geld muss jedoch nicht endgültig abgeschrieben werden. Häufig haben Anleger die Möglichkeit Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Dabei ist jedoch der 31. Dezember ein wichtiges Datum. Denn zum Jahresende droht regelmäßig die Verjährung von Schadenersatzansprüchen.
17.11.2021

Eine lukrative Möglichkeit aus der Lebensversicherung auszusteigen, ist der Widerruf bzw. der Widerspruch. Der Widerspruch ist auch dann noch möglich, wenn der Vertrag schon gekündigt wurde oder der Versicherer den Rückkaufswert schon ausgezahlt hat.