IMMOBILIEN SCHUTZ UND SERVICE AG (ISS AG)

RISKANTE ANLEIHE

Die Immobilien Schutz und Service AG aus Mönchengladbach (ISS AG) hat in erheblichen Umfang Anlegergelder über Inhaberteilschuldverschreibungen „eingesammelt“. Dabei verspricht sie den Anlegern eine überdurchschnittlich hohe Verzinsung, die sie aus dem Ankauf und Wiederverkauf von Immobilien erwirtschaften möchte.

„Doch das Konzept, mit dem die ISS AG letztendlich Gewinn erwirtschaften möchte, ist nach unserer Einschätzung nicht ganz ohne Risiko“, kommentiert Rechtsanwalt Marcel Seifert von der auf das Anlegerrecht spezialisierten Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte das Anlagekonzept. „Der Plan, aus Zwangsversteigerungen Immobilien günstig und weit unter dem Verkehrswert einzukaufen, klingt zunächst plausibel.

Dabei muss sich die ISS AG jedoch kritisch fragen lassen, weshalb eine Immobilie, die aus einer Zwangsversteigerung günstig erworben werden konnte, später wieder mit Gewinn verkauft werden können soll.

Denn ein günstiger Kaufpreis ist doch nur deswegen erzielt worden, weil es keine anderen Interessenten gab, die (mehr) Geld zahlen wollten. Warum das anders sein soll, wenn die ISS AG dann später als Verkäufer auftritt, ist uns ein Rätsel.“

Auch die Stiftung Finanztest hat sich bereits kritisch mit dem Angebot der ISS AG auseinandergesetzt und vor dem Angebot gewarnt:

In der Ausgabe FINANZtest 04/2004 heißt es: „Auch die Kosten sind hoch. Anleger zahlen ein Agio (Aufschlag) in Höhe von 6 Prozent der Anlagesumme bei zehnjähriger Laufzeit und von 4,5 Prozent bei sechsjähriger Laufzeit. Außerdem zieht die ISS AG noch bis zu 8 Prozent Konzeptions-, Vertriebs- und Verwaltungskosten vom Anleihekapital ab.“  

„Die Warnungen der Verbraucherschützer und Medien scheinen nicht ganz unberechtigt zu sein“, ergänzt Rechtsanwalt Hansjörg Looser; „so musste die ISS AG Ende letzten Jahres zumindest schon Zahlungsschwierigkeiten einräumen: sie konnte nämlich den Anlegern die fälligen Zinsen nicht pünktlich auszahlen.

Eine Entwicklung, die wir bereits bei zahlreichen anderen Emittenten beobachten mussten.Dabei hat sich meistens gezeigt, dass Anleger, welche sich frühzeitig mit anwaltlicher Hilfe gegen die nicht oder verspätet erfolgte Zahlung von Zinsen zur Wehr setzten, letztendlich besser standen, als andere, die untätig geblieben sind“.

Betroffenen Anlegern raten wir daher, ihre Ansprüche von einem auf das Kapitalanlagerecht spezialisierten Anwalt überprüfen zu lassen.  

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Damjanovic
Tel:  0711 / 520 888 - 19
Fax: 0711 / 520 888 - 22
E-Mail: h.looser@bruellmann.de

Aktuelles
30.11.2021

Eine Anlegerin des Fonds Opalenburg Safeinvest 2 erhält Schadenersatz. Das hat das Landgericht Berlin mit Urteil vom 16. November 2021 entschieden (Az.: 11 O 96/21).
26.11.2021

Dass Gold eine sichere Geldanlage ist, hat sich für die Anleger der Bonus.Gold GmbH nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil: Sie müssen spätestens seit Herbst 2020 den Verlust ihres Geldes befürchten. Zunächst war die Firma nicht zu erreichen, dann verkauft und vor allem sind große Mengen des Goldes nicht auffindbar.
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).
23.11.2021

P&R Container: Anleger können Schadenersatzansprüche noch bis Ende 2021 geltend machen. Danach droht die Verjährung ihrer Ansprüche.
18.11.2021

Geldanlagen erfüllen längst nicht immer, was sich der Anleger von der Investition versprochen hat. Verlorenes Geld muss jedoch nicht endgültig abgeschrieben werden. Häufig haben Anleger die Möglichkeit Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Dabei ist jedoch der 31. Dezember ein wichtiges Datum. Denn zum Jahresende droht regelmäßig die Verjährung von Schadenersatzansprüchen.
17.11.2021

Eine lukrative Möglichkeit aus der Lebensversicherung auszusteigen, ist der Widerruf bzw. der Widerspruch. Der Widerspruch ist auch dann noch möglich, wenn der Vertrag schon gekündigt wurde oder der Versicherer den Rückkaufswert schon ausgezahlt hat.