Abgasskandal VW Touareg - Drohende Verjährung der Schadenersatzansprüche

25.10.2021

Vom Abgasskandal betroffene Halter eines VW Touareg haben gute Chancen Schadenersatz durchzusetzen. Neben einer Reihe von Landgerichten haben auch die Oberlandesgerichte Koblenz, Köln und Karlsruhe den Klägern wegen der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung Schadenersatz zugesprochen.

Käufer eines VW-Touareg, die ihren Schadenersatzanspruch geltend machen wollen, sollten jetzt handeln. „Aufgrund der kenntnisabhängigen Verjährungsfrist droht Ende 2021 die Verjährung der Ansprüche“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Unter dem Code 23Y3 hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einen Rückruf für Modelle des VW Touareg 3.0 TDI mit der Abgasnorm Euro 6 angeordnet. Grund für den verpflichtenden Rückruf ist eine unzulässige Abschalteinrichtung, die entfernt werden musste. Das Rückruf-Schreiben haben die betroffenen Halter eines VW Touareg zumeist Anfang 2018 erhalten. Viele Gerichte gehen davon aus, dass mit Erhalt des Rückrufschreibens auch die Kenntnis des Schadenersatzanspruchs vorliegt. Die Verjährung der Ansprüche würde dann zum 31. Dezember 2021 eintreten.

Der 3-Liter-Dieselmotor in dem Touareg wurde nicht von VW, sondern von der Konzerntochter Audi entwickelt und hergestellt. Der Motor wurde auch in zahlreichen Audi-Modellen oder den Porsche SUVs Macan und Cayenne verwendet. Auch hier hat das KBA Rückrufe wegen der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung angeordnet.

Die illegalen Abschalteinrichtungen wurden in den Werkstätten entfernt und ein Software-Update aufgespielt. Der Schadenersatzansatzanspruch ist durch die Installation eines Software-Updates jedoch nicht erloschen. „Nach der gängigen Rechtsprechung ist der Schaden schon durch den Abschluss eines ungewollten Kaufvertrags über ein Fahrzeug mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung entstanden. Dieser Schaden wird durch ein Software-Update nicht beseitigt“, so Rechtsanwalt Gisevius.

Die geschädigten Käufer haben daher regelmäßig den Anspruch auf die Rückabwicklung des Kaufvertrags oder auf Ersatz der Wertminderung, die das Fahrzeug durch die Abgasmanipulationen erlitten hat. Allerdings müssen die Ansprüche rechtzeitig vor Eintritt der Verjährung geltend gemacht werden.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

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Aktuelles
01.12.2021

Im Abgasskandal muss die Audi AG als Herstellerin des Motors Schadenersatz bei einem Porsche Macan S Diesel leisten. Das hat das Landgericht Memmingen mit Urteil vom 8. Oktober 2021 entschieden.
30.11.2021

Im Abgasskandal muss ein Händler einem Kunden ein neues Wohnmobil ohne Mängel liefern. Das hat das Landgericht Hildesheim mit Teil-Versäumnisurteil vom 18. Oktober 2021 entschieden (Az.: 4 O 212/21).
29.11.2021

Das Landgericht Freiburg hat mit Urteil vom 29. Oktober 2021 entschieden, dass die Daimler AG im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes GLS 350 d leisten muss (Az.: 2 O 338/20). Daimler habe in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet und sei wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz verpflichtet.
26.11.2021

Audi hat im Abgasskandal vor dem Bundesgerichtshof eine Niederlage kassiert. Der BGH entschied mit Urteil vom 25. November 2021, dass sich nicht nur VW, sondern auch Audi aufgrund der Abgasmanipulationen beim Dieselmotor EA 189 schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: VII ZR 238/20, 243/20, 257/20 und 38/21).
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).
24.11.2021

Im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato hat das Landgericht Frankenthal Fiat Chrysler Automobiles, inzwischen zu Stellantis gehörend, mit Urteil vom 27. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 5 O 40/21).