Abgasskandal Audi A3 mit Motor EA 288 - LG Oldenburg spricht Schadenersatz zu

04.11.2020

Die Liste verbraucherfreundlicher Urteile bei Fahrzeugen des VW Konzerns mit dem Dieselmotor EA 288 wächst weiter. Nun hat das Landgericht Oldenburg dem Käufer eines Audi A3 mit Urteil vom 6. Oktober 2020 Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zugesprochen (Az.: 1 O 939/20).

Der Motor des Typs EA 288 ist der Nachfolger des durch den Dieselskandal bekannt gewordenen Motors EA 189. Er kommt bei Dieselfahrzeugen der Konzernmarken VW, Audi, Seat und Skoda bis 2 Liter Hubraum zum Einsatz. „VW möchte den Abgasskandal gerne zu den Akten legen und weist den Vorwurf einer unzulässigen Abschalteinrichtung beim Motor EA 288 erwartungsgemäß zurück. Tatsächlich sehen Gerichte das zunehmend anders und sprechen den Käufern auch bei Fahrzeugen mit dem Motor 288 Schadenersatz zu. Der Abgasskandal setzt sich fort“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Vor dem Landgericht Oldenburg klagte nun der Käufer eines Audi A3 2.0 TDI mit dem Motor EA 288 auf Schadensersatz. Er hatte den Pkw 2017 als Gebrauchtwagen gekauft. Nach und nach wuchs der Verdacht, dass auch in diesem Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist, so dass der Kläger schließlich Schadenersatzansprüche geltend machte. Mit Erfolg: Das LG Oldenburg entschied, dass der Kläger gegen Rückgabe des Fahrzeugs Anspruch auf Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer habe.

Ähnliche Urteile gibt es mittlerweile auch von anderen Gerichten zu unzulässigen Anschalteinrichtungen bei Fahrzeugen mit dem Motor EA 288. Auch die Landgerichte München, Regensburg, Offenburg, Düsseldorf oder Heilbronn haben beispielsweise den Klägern Schadenersatz zugesprochen. „Die Rechtsprechung kippt auch hier zu Gunsten der Verbraucher“, sagt Rechtsanwalt Gisevius.

Der im Abgasskandal erfahrene Anwalt hat vor den Landgerichten München und Heilbronn selbst verbraucherfreundliche Urteile zum EA 288 erstritten. Dabei ging es um die sog. Thermofenster bei der Abgasreinigung im VW Bulli T6. Mehr dazu unter https://www.oeltod-anwalt.de/

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

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30.11.2021

Im Abgasskandal muss ein Händler einem Kunden ein neues Wohnmobil ohne Mängel liefern. Das hat das Landgericht Hildesheim mit Teil-Versäumnisurteil vom 18. Oktober 2021 entschieden (Az.: 4 O 212/21).
29.11.2021

Das Landgericht Freiburg hat mit Urteil vom 29. Oktober 2021 entschieden, dass die Daimler AG im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes GLS 350 d leisten muss (Az.: 2 O 338/20). Daimler habe in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet und sei wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz verpflichtet.
26.11.2021

Audi hat im Abgasskandal vor dem Bundesgerichtshof eine Niederlage kassiert. Der BGH entschied mit Urteil vom 25. November 2021, dass sich nicht nur VW, sondern auch Audi aufgrund der Abgasmanipulationen beim Dieselmotor EA 189 schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: VII ZR 238/20, 243/20, 257/20 und 38/21).
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).
24.11.2021

Im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato hat das Landgericht Frankenthal Fiat Chrysler Automobiles, inzwischen zu Stellantis gehörend, mit Urteil vom 27. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 5 O 40/21).