Abgasmessungen der DUH: Wohnmobile halten Grenzwerte nicht ein

26.04.2021

Der Abgasskandal wird bei Wohnmobilen immer mehr zum Thema. Aktuelle Abgasmessungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) haben erschreckende Ergebnisse geliefert. Die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß wurden zum Teil deutlich überschritten.

Das der Deutschen Umwelthilfe angeschlossene Emissions-Kontroll-Institut hat die Messungen der Abgaswerte bei Außentemperaturen zwischen 6 und 11 Grad vorgenommen. Unter die Lupe wurde dabei u.a. ein VW T5 2.0 TDI California mit der Abgasnorm Euro 5 genommen. Der zulässige Grenzwert für den Stickoxid-Ausstoß bei der Schadstoffklasse Euro 5 beträgt 280 mg/km. Diesen Wert verfehlte der T5 deutlich. Nach Angaben der DUH lag der Wert durchschnittlich bei 1.343 mg/km. Das bedeutet eine Überschreitung des Grenzwertes um das 4,8-fache.

Noch deutlich schlechter schnitt ein Fiat Ducato 130 Multijet mit der Abgasnorm Euro 6 ab. Der zulässige Grenzwert für den Stickoxid-Ausstoß beträgt bei dieser Schadstoffklasse 125 mg/km und wurde im Durchschnitt um rund das 12-fache überschritten. Bei niedrigen Außentemperaturen stieg der Stickoxid-Ausstoß sogar bis auf das 19-fache des zulässigen Grenzwerts an.

Wohnmobile auf Basis des Fiat Ducato sind auch schon bei früheren Abgasmessungen der DUH im Dezember 2020 negativ aufgefallen. Die DUH untersuchte die Stickoxid-Emissionen bei den Wohnmobilen Pilote G700G, mit Erstzulassung 2016, und Dethleffs T7150, Erstzulassung 2015, beide mit der Abgasnorm Euro 5 und auf Basis eines Fiat Ducato. Die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß wurden zum Teil deutlich überschritten.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte bereits im Sommer 2020 Razzien bei Fiat Chrysler und dem Schwesterkonzern Iveco an Standorten in Deutschland, Italien und der Schweiz wegen des Verdachts unzulässiger Abschalteinrichtungen durchgeführt.

Für die Käufer von Wohnmobilen auf Basis des Fiat Ducato und auch des T5 sind die Messergebnisse natürlich beunruhigend. „Es besteht aber die Möglichkeit, Schadenersatzansprüche geltend zu machen“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Inzwischen liegen auch die ersten Urteile gegen Fiat Chrysler Automobiles, jetzt Stellantis, vor. Jeweils mit Versäumnisurteil haben die Landgerichte Koblenz und Stade entschieden, dass der Autobauer Schadenersatz bei Wohnmobilen auf Basis eines Fiat Ducato wegen der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung leisten muss (Az.: 12 O 316/19 bzw. Az.: 2 O 12/21).

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

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Aktuelles
29.11.2021

Das Landgericht Freiburg hat mit Urteil vom 29. Oktober 2021 entschieden, dass die Daimler AG im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes GLS 350 d leisten muss (Az.: 2 O 338/20). Daimler habe in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet und sei wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz verpflichtet.
26.11.2021

Audi hat im Abgasskandal vor dem Bundesgerichtshof eine Niederlage kassiert. Der BGH entschied mit Urteil vom 25. November 2021, dass sich nicht nur VW, sondern auch Audi aufgrund der Abgasmanipulationen beim Dieselmotor EA 189 schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: VII ZR 238/20, 243/20, 257/20 und 38/21).
25.11.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 2. November 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Autofinanzierung auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 32/19).
24.11.2021

Im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato hat das Landgericht Frankenthal Fiat Chrysler Automobiles, inzwischen zu Stellantis gehörend, mit Urteil vom 27. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 5 O 40/21).
23.11.2021

Die Daimler AG muss im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes GLC 220 d 4Matic leisten. Das Landgericht Stuttgart entschied mit Urteil vom 3. November 2021, dass in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz kommt und die Daimler AG sich dadurch schadenersatzpflichtig gemacht hat (Az.: 19 O 76/21).
22.11.2021

Das OLG München hat die Audi AG im Abgasskandal mit Urteil vom 14. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 24 U 1307/21). Audi habe in einem SQ5 eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut und sich dadurch schadenersatzpflichtig gemacht.